Palliative Care Fachtag am 29.10.2025

26.08.2025

Was tun, wenn das Leid unerträglich wird?

Die Rolle von assistiertem Suizid und gezielter Sedierung am Lebensende. 

Leid zu begleiten, ist ein selbstverständlicher Teil von Palliative Care, denn Abschied und Sterben sind immer mit Leid verbunden und auch mit der besten palliativen Behandlung kann nur einen Teil dieses Leids gelindert werden.

Leid zu lindern gelingt unter einer kompetenten palliativen Behandlung und Begleitung häufig recht gut. In den allermeisten Fällen können körperliche Symptome so eingestellt werden, dass die betroffenen Menschen damit leben können und auch die psychische, soziale und spirituelle Belastung ist durch eine intensive Begleitung häufig zumindest soweit aufzufangen, dass die schwere Situation für alle auszuhalten ist.

Aber was tun, wenn das nicht gelingt? Wenn auch die intensivste medikamentöse Behandlung die Beschwerden nicht lindert? Oder wenn ein so großes psychisches Leid besteht, dass die Situation für die betroffenen Menschen trotz gelungener Symptomlinderung einfach nicht aushaltbar ist?

In diesem Rahmen wird das Thema assistierter Suizid sowohl gesellschaftlich als auch gesundheitspolitisch immer bedeutsamer, da viele Menschen in solchen Situationen selbstbestimmt sterben und ihren Todeszeitpunkt selbst festlegen wollen. Manchmal reicht für diesen Wunsch auch schon die Befürchtung von späterem unerträglichem Leid, ohne dass dieses aktuell besteht.

In der Palliativmedizin wird die gezielte Sedierung am Lebensende schon immer als mögliches Mittel der Symptomlinderung genutzt und dann angeboten, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und nicht die erhoffte Linderung erbracht haben.

Eine tiefe und gleichzeitig dauerhafte gezielte Sedierung am Lebensende wird dabei nur sehr selten benötigt. Leichtere oder intermittierende Formen der gezielten Sedierung werden wesentlich häufiger eingesetzt.

Wie sollen wir aber mit einer gezielten Sedierung umgehen, wenn es um das psychische Leid geht? Was, wenn dieser Mensch einen assistierten Suizid für sich ausschließt und gleichzeitig um eine tiefe und anhaltende gezielte Sedierung bittet während der er auf Nahrung und Flüssigkeit verzichten will?

Kann eine Sedierung in dieser Situation als angemessene Maßnahme der Symptomlinderung eingesetzt werden oder wäre sie aus ethisch-juristisch Sicht dann anders zu bewerten?

Daraus ergeben sich eine Reihe von Fragen, die sowohl die medizinische Versorgung betreffen, als auch die ethische Basis solcher Entscheidungen, den juristischen Rahmen dazu, die soziologischen Aspekte und die politischen Entwicklungen.

Diese verschiedenen Blickwinkel der unterschiedlich Disziplinen sollen auf dem Palliative Care Fachtag dargestellt und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert werden.

Dazu gibt es neben der üblichen Fragemöglichkeit im Rahmen der Referate diesmal das Format des „Open Space“ bei dem die Referentinnen und Referenten an verschiedenen Stellen des Veranstaltungshauses positioniert sind und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer frei wechselnd zu der einen oder dem anderen gehen können, um sich dort die gerade laufende Diskussion anzuhören oder um eigene Fragen mit einzubringen.

Als Abschluss des Tages werden aktuelle empirische Daten zur gezielten Sedierung und zum assistierten Suizid aus Deutschland vorgestellt.

Wir freuen uns sehr auf diese spannende Veranstaltung und den Austausch sowohl mit den Referentinnen und Referenten als auch mit Ihnen als Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

 

Link zur Anmeldung: Fachpersonal kann sich beim ÖBiZ direkt online anmelden.