Palliative Care Fachtag 2026

28.09.2026

Psychiatrische Symptome und Suchtproblematiken in Palliative Care. Was wir brauchen, um sicher damit umzugehen.

Menschen mit psychiatrischen Symptomen/Erkrankungen oder Suchtproblematiken, die dicht am Lebensende stehen, können für palliativmedizinische Behandlungsteams schnell zu einer besonderen Herausforderung werden.

Typische Fragen sind dann, wie Menschen in akuten psychotischen Episoden gut behandelt und begleitet werden können, was getan werden kann, wenn sie sich in solchen Phasen allem verweigern und empathische Behandlerinnen und Behandler als Bedrohung wahrnehmen und abwehren, starke Ängste entwickeln oder wenn sogar ein aggressives Verhalten auftritt.

Bei Menschen mit einer depressiven Erkrankung in palliativer Situation stellt sich eher die Frage nach der akuten Suizidalität, oder manchmal die, wie am besten auf eine direkte Suiziddrohung reagiert werden kann.

Auch bei Menschen mit Suchterkrankungen, kann es schwierig sein zu klären, wie Angst und Schmerzen adäquat gelindert werden können, wenn die betroffenen Patientinnen und Patienten akut medikamentenabhängig sind oder eine entsprechende Abhängigkeit aus der Vorgeschichte bekannt ist.

Neben diesen medizinisch fachlichen Fragen, haben rechtliche Fragen oft einen ebenso hohen Stellenwert. Was dürfen wir in welchen Situationen tun? Wann ist eine Zwangseinweisung gerechtfertigt, wann eine Zwangsbehandlung und wie genau geht das? Haben wir etwas unterlassen, wenn wir die Ablehnung von medizinisch sinnvollen Maßnahmen einfach hinnehmen bei dieser Patientengruppe? Wo genau endet die Einwilligungsfähigkeit, wie sollen wir handeln, wenn es keine Vollmachten gibt?

All das kann große Unruhe in den Teams auslösen und bei jedem Einzelnen zu der Fragen führen, ob das, was getan wird, auch ethisch richtig ist.

Um zukünftig besser aufgestellt zu sein in solchen Situationen hat der Palliative Care Fachtag 2026 diese Fragen zum Thema gemacht und hochkarätige Referentinnen und Referenten eingeladen, die dazu kompetent Stellung nehmen werden.

Neben drei Hauptvorträgen sind drei parallele Workshops geplant, in denen die Themen der Hauptvorträge in einer kleineren Gruppe und mit viel Eigenarbeit durch die gleichen Referentinnen und Referenten vertieft werden.

Der vierte Hauptvortrag zu rechtlichen Fragen wird nicht als weiterer Workshop angeboten, da diese Aspekte für alle relevant sind. Deshalb ist eine ausführliche Plenumsdiskussion geplant, bei der sie alle Ihre Fragen stellen können.

Wir freuen uns auf den Tag und auf das Wiedersehen mit Ihnen!

Herzliche Grüße

Dr. Cordula Haase & Dr. Hermann Ewald MSc

Das Programm und die Einladung finden Sie hier.

Eine Anmeldung bis Anfang Oktober 2026 erfolgt über das ÖBiZ